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Pfarrer Alexander Garth
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Email: ag@junge-kirche-berlin.de
Postadresse:
Junge Kirche Berlin
Siegfriedstr. 204B
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Sprechzeiten:
jeden Dienstag 16-18 Uhr
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Interview mit Alexander
Name, geboren in ..., Familie .... usw. (welche nostalgischen Dinge du auch immer nennen möchtest, damit wir etwas über deine kindlichen "Wurzeln" erfahren)?
Aufgewachsen bin ich nach meiner Geburt (1. Februar 58) in einem oberlausitzer Dorf zusammen mit meinen 3 Geschwistern in einem alten Haus mitten auf einem urigen Anwesen mit Wiese, alten Apfelbäumen, Brunnen, Bach, Sumpf, Park, Tannen und Rhododendren. Vater Unternehmer, Mutter Fulltimejob mit einem Mädchen und drei Jungs. Meine Vorfahren waren Unternehmer, Prokuristen, Pappfabrikanten, Weber, Bauern,... ein königlich-sächsischer Musketier war auch dabei und ein englischer Abenteurer. Von ihm haben wir den Namen Garth.
Wie bist du Christ geworden?
Mitten in einer wilden Teeniezeit suchte ich den Grund, warum ich lebe und wofür es sich zu leben lohnt. Eine Christin gab mir ein Buch zu lesen: Das Kreuz und die Messerhelden von David Wilkerson. Ich las, dass Menschen Gott erfahren können und dass seine Liebe und Kraft so groß ist, selbst kaputte Typen aus Drogen, Sinnlosigkeit und Gewalt zu befreien. Das hat mich nie mehr los gelassen. Ich begab mich auf die Suche, begann die Bibel zu lesen und zu Jesus zu beten. Bei einem Jugendgottesdienst spielte eine Mädchenband ihre Songs von Jesus. Sie berichteten, was sie mit Gott erlebten. Es war genau das, was ich suchte. Als der Pfarrer in seiner Predigt beschrieb, was geschieht, wenn man sein Leben Jesus anvertraut, erkannte ich, dass ich mich zu Jesus bekehren und ein neues Leben beginnen muss. Nach dem Gottesdienst ging ich zu dem Jugendpfarrer (es war Klaus Voigt), bekannte meine Sünden und gab mein Leben Jesus. Der Pfarrer legte mir die Hände auf und betete, dass Jesus mein Herr wird und der heilige Geist mein Herz erfüllt. Es war der wichtigste Schritt meines Lebens.
Und wie kam es zu deiner Entscheidung, Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden?
Als ich zwei Jahre später in der kleinen Kapelle in einem Seelsorgehaus der Evangelischen Kirche, dem Julius-Schniewindhaus, zum Gebet niederkniete und Gott bat, er möge irgend etwas zu seiner Ehre aus meinem Leben machen, hörte ich leise aber dennoch ganz deutlich die Stimme Gottes in meinem Herzen, dass ich Theologie studieren und für die gute Botschaft von Jesus eintreten soll in dieser Welt.
Wo hast du studiert und welche Pfarrstellen hattest du seit dem, bis du hier bei der Stadtmission in Berlin gelandet bist?
Ich habe Theologie in Leipzig studiert. Meine erste Pfarrstelle hatte ich in Kittlitz bei Löbau/Sachsen. Die meisten jungen Menschen, die damals zu Gott fanden, sind heute engagierte Christen. Danach arbeitete ich in einem Gemeindeaufbauprojekt in München und Hamburg bis mich 1991 der Bischof von Thüringen in ein von Atheismus geprägtes Plattenbaugebiet in Sonneberg-Wolkenrasen an der Grenze zu Bayern schickte. Der Schwerpunkt meiner Arbeit bestand darin, eine missionarische Gemeinde für Menschen zu bauen, die durch eine traditionelle kirchliche Arbeit nicht erreicht werden. Viele, besonders junge Menschen fanden in Sonneberg zu Gott, so dass eine neue ausstrahlende Gemeinde entstand. Aber das wichtigste Ereignis in Sonneberg war, dass ich dort meine Frau Damaris kennen lernte.
Aber sicher bist du ja nicht einfach so hier "gelandet", sondern, wie kam es dazu, dass du gerade in Berlin diese Arbeit begonnen hast?
Die Gemeinde in Sonneberg-Wolkenrasen ist mit ihrer missionarischen Dynamik und mit ihren modernen Kommunikationsformen ziemlich bekannt geworden. Als ich auf dem Theologenkongress 1998 in Braunschweig ein Referat über die missionarische Arbeit in Sonneberg hielt, war auch unser Stadtmissionsdirektor, Pfarrer Hans-Georg Filker, unter den Zuhörern. Anfang 1999 berief mich die Berliner Stadtmission als Pfarrer und Gemeindegründer in das Werk, um in einer Ostberliner Plattensiedlung, in Berlin-Hellersdorf, eine neue Gemeinde zu gründen, in der Menschen ohne Gott und kirchlichen Hintergrund eine Chance bekommen, zu Gott zu finden.
Was waren deine Hoffnungen, Erwartungen und eventuellen Ängste in Bezug auf die Tatsache, noch mal von vorne zu beginnen, diese church hier von Grund an zu pflanzen?
Natürlich war es am Anfang nicht einfach, von Sonneberg/ Thüringen aus einer blühenden Arbeit in einer traumhaften Gegend mit ihren liebenswerten Menschen auszusteigen, vom Pfarrhaus in eine Plattenbauwohnung zu ziehen, und noch einmal am Punkt Null zu beginnen. Aber wir waren nicht allein. Vier mutige, gottbegeisterte und engagierte Freunde aus Sonneberg zogen mit uns nach Berlin-Hellersdorf, um mit uns zusammen diese ausstrahlende Kirche in einem schwierigen Gebiet zu starten. Die Männer und Frauen Gottes der ersten Stunde waren neben meiner Familie Fränk, Carolin, Martin und meine Hiddenseer Nichte Maria. Wenn uns die Angst beschlich, uns mit dieser Aufgabe vielleicht doch übernommen zu haben, erinnerten wir uns daran, dass Gott zu uns gesprochen hatte und dass er durch uns eine Kirche aufbauen möchte, durch die viele Menschen Gottes Erbarmen finden werden. Meine Hoffnung ist, dass wir immer kraftvoller eine Gemeinschaft von Menschen werden, die Gott über alles lieben, nichts fürchten, und den Menschen aus Liebe das Kostbarste bringen, was es gibt im ganzen Universum: das Heil Christi.
Wenn du die Gelegenheit hättest, mit einer berühmten Persönlichkeit essen zu gehen, wen würdest du wählen und warum?
Ich würde gern mit dem Kunstmaler Salvadore Dali auf das allerfeinste essen gehen. Dali war ein krass kauziges Genie, ein grenzenlos fantasievoller und extraordinärer Denker, ein eigenartiger Katholik, ein Mann der ironischen Selbstinszenierung, der extravaganten Überraschungen und des kultivierten Geschmacks (er schrieb und malte ein Kochbuch). Er verabscheute Faschismus und Kommunismus, liebte seine Frau und weiche Uhren.
Welche Verrücktheit würdest du gerne einmal begehen, wenn dir alles möglich wäre?
Ich würde mit meiner Familie und ein paar mutigen und krassen Leuten nach Berlin-Hellersdorf ziehen, um dort eine ungewöhnliche Kirche zu gründen.
Wenn du eine Million Euro gewinnen würdest, was würdest du damit machen?
Ich miete ein großes Segelschiff, lasse die besten Getränke und Speisen an Bord bringen, lade alle meine Freunde und Verwandten ein, um mit ihnen eine Woche feiernd, musizierend, lachend, essend, trinkend, betend durch das Mittelmeer zu segeln. (Dabei fällt mir ein, dass ich viel lieber zwei Millionen Euro gewinnen würde.)
Welche Stelle in der Bibel ist dir die liebste??
Ich bin guter Zuversicht, dass Gott sein gutes Werk, dass er in euch angefangen hat, auch vollenden wird, bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus wiederkommt (Philipper 1,6).
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